Transaktionsanalyse für die Praxis
Warum ich die Ich-Zustände der Transaktionsanalyse umbenannt habe
Die Transaktionsanalyse ist eines der praktischsten Kommunikationsmodelle, die ich kenne. Trotzdem hatte ich in meinen Seminaren immer wieder das gleiche Problem: Nicht die Theorie war die Hürde, sondern ihre Sprache. Warum ich die Ich-Zustände umbenannt habe und was das bei meinen Teilnehmern verändert hat, erzähle ich in diesem Beitrag.
Ich arbeite seit vielen Jahren gerne mit der Transaktionsanalyse. Das Modell ist klug, praxisnah und erstaunlich alltagstauglich – auch in Business.
Und trotzdem hatte ich immer wieder dasselbe Problem: Sobald Begriffe wie Eltern-Ich oder Kind-Ich auftauchten, stiegen manche Teilnehmer innerlich aus. Nicht, weil das Modell schlecht wäre. Sondern weil die Begriffe viele Menschen nicht mehr erreicht.
Gerade im Unternehmenskontext passierte oft etwas Interessantes: Menschen verstanden das Modell rational — aber emotional gingen sie auf Distanz.
- Kind-Ich wurde schnell mit „kindisch“ verwechselt.
- Eltern-Ich klang belehrend.
Und manche hörten bei den Begriffen schon nicht mehr richtig zu.
Vom Eltern-Ich zum Regelwächter
Also habe ich irgendwann etwas gemacht, das ursprünglich gar nicht besonders theoretisch gedacht war: Ehrlich gesagt war das gar kein didaktisches Konzept. Ich brauchte damals einfach Begriffe, mit denen meine Teilnehmer etwas anfangen konnten. Ich habe irgendwann die Ich-Zustände umbenannt. Nicht wissenschaftlich. Nicht als neues Modell. Eher pragmatisch. Fast ein bisschen „übers Knie gebrochen“.

Worte sind wichtiger als Theorie
Und plötzlich passierte etwas:
- Die Teilnehmer fingen an zu lachen
- Sie erkannten sich und andere wieder
- Sie diskutierten lebendiger
Das Modell Transaktionsanalyse wurde verständlich, ohne banal zu werden!
Die Teilnehmer begannen, die neuen Begriffe ganz selbstverständlich im Seminar zu verwenden. Plötzlich hörte ich Sätze wie: „Heute war bei mir wieder der Regelwächter unterwegs.“ Genau das hatte ich erreichen wollen. Da wusste ich: Die neuen Begriffe funktionieren.
Denn eigentlich geht es in der Transaktionsanalyse nicht darum, Menschen in Schubladen zu stecken. Es geht darum zu erkennen, aus welchem inneren Zustand heraus wir gerade kommunizieren. Und dafür braucht man manchmal keine komplizierteren Begriffe — sondern klare Bilder.
Diaktik – Kommunikation – Wissen
Ich glaube inzwischen: Didaktik ist nicht die Verpackung von Wissen. Didaktik entscheidet oft darüber, ob Wissen überhaupt ankommt.
Natürlich basiert meine Arbeit weiterhin auf der klassischen Transaktionsanalyse nach Eric Berne. Ich erfinde das Rad nicht neu. Aber vielleicht darf man alten Modellen neue Sprache geben, wenn dadurch mehr Menschen Zugang finden.
Denn Menschen lernen selten über Definitionen. Sie lernen über Resonanz.
Seitdem achte ich bei jedem neuen Seminar nicht nur auf meine Inhalte. Ich achte auch auf die Worte, mit denen ich sie vermittle. Und manchmal erreicht man mit einem Spaßvogel mehr als zehn Minuten Erklärung zum freien Kind-Ich.
Transaktionsanalyse selbst erlernen
Wenn Sie neugierig geworden sind: ich biete ein Seminar zur Transaktionsanalyse an und verwende dies Modell auch oft im Coaching für Konfliktfälle oder als Vorbereitung für herausfordernde Gesprächspartner.
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